Dr. Thomas Beyerle

Managing Director

, Catella Property Valuation GmbH

Was macht eigentlich ein Researcher?

Informationen zusammentragen und wenn es diese nicht gibt, Marktforschung betreiben. Klingt unspektakulär? Nein, ganz und gar nicht – denn es gibt nur sehr wenige qualifizierte Informationen zu Immobilien und Immobilienmärkten. Interessant ist dies deshalb, da wir ja alle irgendwie in Immobilien leben, darin arbeiten oder einkaufen und vor allem diese mit viel Geld erwerben. Immobilien wird per se ein hoher Wert zugeschrieben. Und genau hier stellen sich Fragen ein, die zumeist mit der Zukunft zu tun haben: Wie werden wir in den nächsten Jahren leben, arbeiten und konsumieren? Und mal Hand aufs Herz: „weißt Du das wirklich?“ Klar, in einer Immobilie, doch an welchem Standort? Wie kaufen wir zukünftig ein? Via Smartphone und Amazon oder im Shoppingcenter? Wie arbeiten wir? In einem Großraumbüro in der Innenstadt oder weitgehend zu Hause, aber mit der Zentrale vernetzt? Wo wirst Du in Zukunft wohnen? Bei den Eltern oder im Studentenappartement in einer fernen Stadt? Diese Fragen berühren uns alle, mehr noch Investoren, wie wir einer der großen deutschen sind: Wo, in was und wie lange also in Immobilien investieren, damit wir die nähere Zukunft bewältigen können und wo am besten heute verkaufen, damit wir nicht auf Wertverlusten sitzenbleiben. Kern der Arbeit ist deshalb, die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und Infrastrukturaspekte im Allgemeinen sowie die immobilienwirtschaftliche Angebots- und Nachfrageentwicklung, die Bauvorhaben und Projekte sowie Leerstands- und Mietpreissituation im Speziellen zu erheben und zu analysieren. Insbesondere die aus immobilienwirtschaftlicher Sicht vorliegenden hohen Defizite der amtlichen Statistik zeigen, dass das sog. Marktmonitoring als das Fundament der alltäglich notwendigen Research-Arbeit zu sehen ist. Publiziert wird dieses Wissen oftmals in den sog. Immobilienmarktberichten. Speziell auf die Objektebene ausgerichtet ist das „klassische“ Research-Produkt, die sog. Markt- und Standortanalyse. In ihr werden spezielle Fragestellungen zu den räumlichen Untersuchungsebenen Mikro- und Makrostandort differenziert, quantitative und qualitative Ergebnisse hergeleitet und Entscheidungsgrundlagen erarbeitet. Einfacher formuliert: Ist der Standort der richtige?

Was sollte ein Researcher folglich können? Neben dem auch in Zukunft benötigten Handwerkszeug wie z. B. einer räumlichen Auffassungsgabe (ein Faible für Geographie hilft immens), der Beherrschung klassischer Methoden der empirischen Sozialforschung oder der Statistik gewinnen für die Research-Ausbildung auch ergänzende Qualifikationen an Bedeutung. Insbesondere Kenntnisse über Methoden und Verfahren vor allem aus wirtschaftswissenschaftlichen Disziplinen wie BWL und VWL.. Hier zeigt sich auch die verstärkte Interdisziplinarität unserer Tätigkeit. Darüber hinaus sind Sprachkenntnisse, insbesondere Englisch, und wie schon in der Vergangenheit Präsentationstechniken und EDV-Kenntnisse als Instrumentarium Voraussetzung für das erfolgreiche Bestehen im dynamischen Tätigkeitsfeld Research. Das kürzlich von der gif e. V. vorgelegte Berufsprofil Research (Real Estate Market Analyst) gibt hier einen sehr guten Überblick über die Voraussetzungen, die erfüllt werden müssen, um in diesem interessanten Feld Fuß zu fassen.

Der Immobiliensektor ist ein sich dynamisch und immer schneller entwickelnder Wirtschaftszweig. Die Halbwertszeit von Wissen in der Immobilienwirtschaft verkürzt sich gleichwohl zunehmend. Marktteilnehmer wie Investoren, Projektentwickler und Immobiliennutzer benötigen verlässliche Informationen, Daten über die komplexer werdenden Märkte, über Rahmenbedingungen von Standorten und Chancen hinsichtlich Vermietung, Ankauf, Verkauf und Wirtschaftlichkeit. Für diesen Informationsbedarf hat sich in den letzten Jahren eine besondere Dienstleistung am Immobilienmarkt platziert: RESEARCH. Der Nutzen? Entscheidungssicherheit, Risikoreduktion, Erschließen neuer Marktpotenziale und -trends! Ein spannendes und dynamisches Berufsbild innerhalb der Immobilienbranche. Die erste Frage in Sachen Immobilien lautet bei Profis deshalb immer: „Fragen wir das Research“.

Falls du Kontakt mit dieser Person aufnehmen möchtest, wende dich bitte an den ZIA.

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