Der Lebenszyklus einer Immobilie – und welche Berufe ihn begleiten.

Hast du dich schon mal gefragt, was wirklich eine Immobilie ist? Und was wir ohne sie machen würden? Die Antworten darauf sind eigentlich ganz einfach: Immobilien sind überall um uns herum und gar nicht wegzudenken. Manche nehmen wir ganz bewusst und andere nur unbewusst als Immobilien wahr. Da gibt es Wohn- und Bürogebäude, Shopping-Center und Einkaufspassagen, Freizeit- und Erlebnisparks, Schwimmbäder, Konzert- und Eventhallen ... aber auch Bahnhöfe, Flughäfen, U-Bahn-Netze, Straßen und Autobahnen, riesige Sportstadien und zahlreiche unbebaute Grundstücke zählen dazu. Du liest ganz richtig – die Beispiele sind immens vielfältig.


Wie sind die Berufe aus der Immobilienbranche konkret am Zyklus einer Immobilie beteiligt?

Alle Immobilien haben etwas gemeinsam: Und zwar, dass sie einen „Lebenszyklus“ haben, der mit der Planung beginnt und beim Abriss endet. Dazwischen kann ganz schön viel Zeit vergehen. Jeder Beruf in der Immobilienbranche beinhaltet in seinem Teilbereich ganz besondere Aufgaben. Wie zum Beispiel der Architekt, der hauptsächlich an der Planung einer Immobilie beteiligt ist, oder der Makler, der für die Vermarktung der Immobilie zuständig ist. Eine zentrale Aufgabe in der Erstellungsphase kommt den Projektentwicklern zu, die so ziemlich auf alles ein Auge und schon die nächsten Ideen für weitere Nutzungsarten in petto haben müssen.


  • Planung
    • Ganz am Anfang einer Immobilie steht die Planung. Wo soll etwas Neues entstehen? Wie sieht die Infrastruktur vor Ort aus? Was wird gebraucht, was bietet sich an, was ist überhaupt möglich und zulässig? Bei der Planung müssen vor allem der Auftraggeber, sei es ein Investor, ein Unternehmen oder auch eine Privatperson, überlegen, für welche Nutzung und Zielgruppe eine Immobilie gebaut werden soll – und selbstverständlich um was für eine Art von Immobilie es sich dreht. Dabei muss man auch die Umgebung unter die Lupe nehmen, bevor man Konzepte entwirft und an den Markt bringt.
  • Investment & Finanzierung
    • Im Vorfeld der Realisierung einer Immobilie muss die Finanzierung geklärt sein. Wenn der Auftraggeber selbst nicht über ausreichend Eigenkapital verfügt, um die Immobilie zu bauen, muss er sich weiteres Kapital auf dem Markt beschaffen. Dies erfolgt z. B. durch die Aufnahme eines Kredits bei einer Bank oder indem ein Investor Mittel dafür zur Verfügung stellt. Oft ist es aber auch so, dass Unternehmen/Privatpersonen Kapital gewinnbringend in sowohl bereits bestehende Immobilien als auch in geplante Projekte investieren möchten. Damit man sicher ist, dass sich das Investieren lohnt und um mögliche Risiken auszuschließen, braucht es umfangreiche Analysen, z. B. von Immobilienbewertern. Außerdem kommen hier die Marktforschung (Research) und die richtige Investitionsstrategie ins Spiel, was unter anderem die Aufgabe von Fondsmanagern ist. Investment Manager behalten hierbei stets den Markt im Blick. Das passende Portfoliomanagement spielt dabei ebenfalls eine große Rolle. Dieses Thema ist so komplex, dass sich Spezialisten darum kümmern müssen, die sich mit der Finanzwirtschaft und der richtigen Finanzplanung auskennen – z. B. Immobilien Finanzmanager. Gerade hier bieten sich also zahlreiche Chancen für eine Karriere in der Immobilienbranche.
  • Realisierung
    • Nehmen wir mal an, ein Investmentmakler hat erfolgreich zwischen Käufer und Verkäufer vermittelt. Wenn alle Fragen rund um die Finanzierung und die Übernahme der Kosten geklärt sind, kann es weitergehen. Als nächstes folgt dann der Bau bzw. Umbau der Immobilie. Sie nimmt also Gestalt und Form an, wobei der Projektentwickler/Projektsteuerer darauf achtet, dass alles nach Plan läuft. Unterschiedliche Unternehmen aus der Baubranche kümmern sich um verschiedene Teilgebiete – je nachdem, was gebraucht wird und wo echte Profis ihr Können unter Beweis stellen müssen. Diese arbeiten wiederum mit den Planern, Bauherren und Facility Managern Hand in Hand.
  • Vermarktung
    • Schon bevor eine Immobilie errichtet wird, gilt es, diese möglichst effektiv zu vermarkten. Meistens finden Immobilienprojekte erst Kapitalgeber, wenn ein gewisser Vorvermietungsstand erreicht ist. Je nach Ausrichtung der Immobilie kann aus einer Gruppe von Interessenten ein Käufer oder Mieter gefunden werden. Oft sind es auch mehrere Personen, die zusammen Geld in die Hand nehmen und die Immobilie, manchmal sogar mehrere gleichzeitig, erwerben. Aber auch öffentliche Institutionen sowie Städte und Gemeinden kaufen Immobilien. Nicht nur neu errichtete Immobilien werden vermarktet. Auch bestehende Immobilien, die bereits Mieter haben und vielleicht schon einige Jahre alt sind, können den Eigentümer wechseln. Die Vermarktung von Immobilien geht Hand in Hand mit der Vermietung bzw. Immobilienverwaltung. Bei der Vermarktung einer Immobilie haben auch Gutachter für Immobilienbewertung ihre Finger im Spiel: Sie legen anhand verschiedener Kriterien fest, wie hoch der Wert einer Immobilie ist. Danach richtet sich der Preis. Wer eine Ausbildung in diesem Teil der Immobilienbranche anstrebt, darf sich also auf viel neuen Input in Sachen Vermarktung, Marketing und Betriebswirtschaft freuen.
  • Bewirtschaftung
    • Für die Bewirtschaftung einer Immobilie sind in- und externe Dienstleister zuständig. Hierzu gehören beispielsweise Unternehmen, die sich auf Gebäudereinigung oder den Objektschutz spezialisiert haben. Diese werden von Facility Managern gesteuert, die das große Ganze im Auge behalten. Darüber hinaus kümmern sich Verwalter in der Wohnungswirtschaft um kaufmännische Angelegenheiten und Asset Manager um das Vermögensmanagement – während Property Manager im Namen des Eigentümers handeln. Der Bewirtschaftung einer Immobilie kommt eine zentrale Funktion im ganzen Lebenszyklus zu. Wenn eine Immobilie nicht in Schuss gehalten wird, werden die Mieter irgendwann ausziehen, der Wert der Immobilie sinkt, Eigentümer und Investoren verlieren Geld.
  • Erhaltung
    • Sind alle Schritte getan, bedarf es der langfristigen Erhaltung der Immobilie. Auch hier kommen wieder Spezialisten wie Projektsteuerer ins Spiel, die sich um die nötigen Maßnahmen der Instandhaltung und um die Pflege kümmern. Vielfach wird auch hier auf Facility Manager zurückgegriffen, die Reparaturen oder Instandhaltungsarbeiten durchführen und die Immobilie in einem attraktiven und funktionstüchtigen Zustand erhalten. Bei vielen Immobilien kommt nach einem längeren „Lebenszyklus“ eine Sanierung oder Revitalisierung in Betracht. Damit wird diese an neue technische Anforderungen angepasst und optisch aufgefrischt.

Karriere in der Immobilienbranche – so vielfältig wie deine Ambitionen

Wie du siehst, sind die Möglichkeiten für eine Ausbildung und Karriere in der Immobilienbranche mehr als vielseitig. Denn diese Branche ist dynamisch und ständig in Bewegung. Und genau dabei kommt es auf dich an: Gestalte dein Umfeld, bestimme die Zukunft und die Welt, in der du leben möchtest!

Deine Chancen

Hier findest du weiterführende Links mit noch mehr Infos zur Ausbildung und Karriere in der Immobilienbranche.


  • Ausbildung / Studium / Weiterbildung / Karriere

    In Deutschland gibt es eine Vielzahl an Studium- und Weiterbildungsangeboten, um sich für einen Job in der Immobilienwirtschaft zu qualifizieren. Damit du nicht den Überblick verlierst, hat die Gesellschaft für immobilienwirtschaftliche Forschung gif e.V. einen Studienführer zusammengestellt, in dem du nach Städten, Fächern und Art des Studienganges filtern kannst.

    Die Wohnungswirtschaft gibt dir auf www.immokaufleute.de einen Überblick über die Branche, den interessanten Ausbildungsberuf Immobilienkaufmann / Immobilienkauffrau und die vielfältigen Fortbildungs- und Karrieremöglichkeiten in den Wohnungsunternehmen. In einer Datenbank kannst du Ausbildungsunternehmen oder Praktikumsplätze nach Städtenamen oder Postleitzahlen filtern.

  • Stellenangebote in der Immobilienbranche

    Stellenangebote in der Immobilienbranche findest du oben, wenn du auf die einzelnen Phasen des Lebenszyklus klickst. Die Immobilienzeitung hat unter ihrer Rubrik IZ-Jobs immer immer aktuelle Stellenanzeigen für dich parat.

  • Weitere Initiativen der Immobilienbranche

    „FM – Die Möglichmacher“ ist eine Initiative von 13 führenden Anbietern von Facility Management (FM), getragen von GEFMA Deutscher Verband für Facility Management e.V. Ziel ist es, das Image von FM in der Öffentlichkeit zu stärken und es als attraktives, anspruchsvolles Arbeitsumfeld bekannt zu machen. Weitere Informationen findest du hier:

    Deutsche Bauindustrie